Geburtsnachsorgegespräche

Geburtsnachsorgegespräche

Geburtsnachsorgegespräch Kerstin Rojko-Vetter

„Es war eine schwere Geburt“ – Nachsorgegespräche nach belastenden Geburtserlebnissen 

Für viele Frauen ist die Geburt ihres Kindes eines der wichtigsten Ereignisse in ihrem Leben. Wenn eine Geburt nicht so verläuft, wie man sich das vorgestellt oder gewünscht hat, kann das Geburtserlebnis als sehr belastend erlebt werden, den Alltag erschweren, das Wohlbefinden schwächen und möglicherweise auch die Beziehung zum Partner und die Bindung zum Kind beeinflussen.

Was sind mögliche Anzeichen, dass mir Geburtsnachsorgegespräche helfen können:

Ich muss noch oft an die Geburt denken, meist begleitet von negativen Gefühlen.

Ich fühle mich dadurch in meinem Alltag eingeschränkt, weil ich nicht so viel Energie habe und mich traurig/enttäuscht/wütend fühle.

Ich muss anfangen zu weinen, wenn ich von der Geburt erzähle.

Ich habe das Gefühl, aufgrund des Geburtserlebnisses Schwierigkeiten mit der Bindung zu meinem Kind zu haben.

Ich verspüre wieder einen Kinderwunsch und merke, wie Angst aufgrund der vorangegangen Geburt in mir hochkommt.

 

Ziele der Nachsorgegespräche:

Das erlebte Geburtserlebnis verliert an Belastung, was zu mehr Lebensqualität führt.

Die Mutter-Kind-Bindung wird entspannter und kann sich intensivieren

Die Angst wieder schwanger zu werden oder die Ablehnung einer erneuten Schwangerschaft kann sich lösen.

„Nein, es ist nicht undankbar, unglücklich über den Geburtsverlauf zu sein, auch wenn das Baby nun gesund und munter neben einem liegt. Es geht bei einer Geburt eben nicht nur um das Endergebnis, sondern auch um die Gefühle von uns Müttern. Ein Dammschnitt, eine Saugglockengeburt, ein Kaiserschnitt-all das sind Erfahrungen, die wir erst einmal verarbeiten müssen. Und über die wir nicht glücklich oder dankbar zu sein brauchen, weil sie ja uns oder unser Kind gerettet haben. Sie haben uns trotz allem auch verletzt.“

Aus: Imlau, Nora (2013): Das Geheimnis zufriedener Babys. Verlag GU. München.